EverydayAllies
Solidarität beginnt im Alltag
Queerfeindliche Diskriminierung und Gewalt nehmen seit Jahren stark zu. Gleichzeitig ereignet sich fast jede zweite queerfeindliche Straftat im öffentlichen Raum. Viele Menschen erleben solche Situationen als Zeug*innen, wissen jedoch nicht, wie sie reagieren können oder haben Angst, etwas falsch zu machen. Für Betroffene kann eine solidarische Reaktion entscheidend sein.
EverydayAllies stärkt Zivilcourage im Alltag. Das Projekt qualifiziert Menschen und Einrichtungen darin, queerfeindliche Situationen zu erkennen, angemessen zu reagieren und Betroffene zu unterstützen. Dabei geht es nicht darum, sich selbst in Gefahr zu bringen, sondern Handlungsmöglichkeiten zu kennen und Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Was wir vermitteln möchten
Zivilcourage lässt sich lernen. Unsere Workshops vermitteln Wissen über Queerfeindlichkeit im öffentlichen Raum und zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten für solidarisches Eingreifen auf. Dabei betrachten wir Queerfeindlichkeit nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Formen der Diskriminierung.
Neben konkreten Interventionsstrategien setzen wir uns mit Fragen von Verantwortung, persönlichen Grenzen und diskriminierungssensiblem Handeln auseinander. Ziel ist es, Menschen darin zu stärken, im Alltag solidarisch zu handeln, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.
Gemeinsam handeln im Kiez
Nachbarschaftshäuser sind wichtige Orte der Begegnung und des Austauschs. Gemeinsam mit ihnen bietet EverydayAllies offene Workshops für Anwohner*innen und alle Interessierten an. Die Workshops vermitteln Wissen über Queerfeindlichkeit im öffentlichen Raum und stärken Handlungssicherheit für solidarisches Eingreifen im Alltag. Im Mittelpunkt stehen Zivilcourage, Deeskalation und konkrete Handlungsmöglichkeiten, um Betroffene zu unterstützen.
Was wir anbieten
Was: Workshops zu Zivilcourage und solidarischem Handeln bei queerfeindlicher Diskriminierung
Für wen: Anwohner*innen und alle Interessierten
Wo: Nachbarschaftshäuser
Ort: in Präsenz
Dauer: 4 Stunden
Sprache: Die Workshops finden in deutscher oder englischer Lautsprache statt.
Solidarische Orte im Kiez
Ein solidarischer Kiez braucht Orte, an die sich Menschen in Situationen queerfeindlicher Gewalt oder Bedrohung wenden und kurzfristig Zuflucht suchen können. Deshalb arbeitet EverydayAllies mit Einrichtungen zusammen, die im Kiez gut verankert und leicht erreichbar sind. Dazu gehören beispielsweise Spätis, Cafés, Restaurants, Imbisse oder weitere Geschäfte und Einrichtungen des öffentlichen Lebens.
Dabei orientiert sich EverydayAllies am bestehenden Konzept von Aktion Noteingang und entwickelt dieses für den Umgang mit queerfeindlicher Gewalt weiter. Mitarbeitende der teilnehmenden Einrichtungen nehmen an einer Fortbildung teil und erwerben Handlungssicherheit für den Umgang mit queerfeindlichen Vorfällen. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Einrichtungen einen gut sichtbaren Sticker, der sie als solidarischen Anlaufpunkt bei queerfeindlicher Gewalt ausweist. So wird für Betroffene sichtbar, wo sie in einer akuten Situation Zuflucht suchen können.
Was wir anbieten
Was: Fortbildungen für solidarische Anlaufstellen bei queerfeindlicher Gewalt
Für wen: Spätis, Cafés, Restaurants, Imbisse sowie weitere Einrichtungen und Geschäfte im Kiez
Wo: zunächst in Friedrichshain-Kreuzberg
Ort: vor Ort
Dauer: ca. 2,5 bis 3 Stunden
Sprache: Die Fortbildungen finden in deutscher oder englischer Lautsprache statt.
Inhalte der Workshops
Die Workshops vermitteln Fachwissen zu folgenden Themen:
- Queerfeindlichkeit im öffentlichen Raum erkennen
- Mehrfachdiskriminierung und die Verschränkung verschiedener Diskriminierungsformen verstehen
- Solidarisches Handeln bei queerfeindlichen Vorfällen
- Deeskalation und Zivilcourage
- Unterstützung von Betroffenen ohne paternalistische Handlungsmuster
- Reflexion persönlicher Grenzen und Verantwortlichkeiten
- rechtlicher Rahmen und individuelle Handlungsfähigkeit
- Good Practice Beispiele für solidarisches Handeln im Kiez
Mithilfe biografischer Methoden, Gruppenübungen und Rollenspielen reflektieren die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten für Situationen aus ihrem Alltag. Die Workshops verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis und stärken die Handlungssicherheit für diskriminierungssensibles Eingreifen.
Warum braucht es EverydayAllies
EverydayAllies ist ein Teilprojekt des senatsgeförderten Projekts „Queerfeindlichkeit solidarisch entgegentreten“. Mit dem Projekt trägt ABqueer zur Umsetzung der Berliner Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit bei. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Informations- und Trainingsangeboten, die solidarisches Handeln stärken und Menschen dazu befähigen, Betroffene queerfeindlicher Gewalt im Alltag zu unterstützen.
Die ersten Angebote werden in Berliner Kiezen umgesetzt, in denen laut Monitoring queerfeindlicher Gewalt ein besonderer Bedarf besteht. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Friedrichshain-Kreuzberg. Gemeinsam mit der Stadtteilkoordination Friedrichshain-Kreuzberg, Aktion Noteingang und weiteren Kooperationspartner*innen baut Everyday Allies dort ein kiezorientiertes Netzwerk auf.
Neben den Workshops entwickelt das Projekt Good-Practice-Materialien für solidarisches Handeln im öffentlichen Raum, damit die Inhalte langfristig gesichert und auch in weiteren Berliner Bezirken genutzt werden können.
Buchungsanfrage
Sie möchten einen Workshop für Ihre Einrichtung anfragen oder haben Fragen zum Projekt? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht: everydayallies@abqueer.de

